Wie erkennt man die Echtheit von Qualifikationszertifikaten chinesischer Lieferanten?
Frage
Ein Lieferant aus Zhejiang schickte mir eingescannte Kopien einer ganzen Reihe von Qualifikationszertifikaten, darunter ISO 9001, eine CE-Zertifizierung und ein Zertifikat, das wie ein von der Regierung ausgestelltes „High-Tech-Unternehmen" aussah. Ich bin nicht sicher, ob diese Zertifikate echt und gültig sind, und möchte wissen, mit welchen Methoden man ihre Echtheit feststellen kann.
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Die Fälschung von Qualifikationszertifikaten ist bei Lieferanten auf der ganzen Welt keine Seltenheit, und China bildet dabei keine Ausnahme. Die gute Nachricht: Die meisten Zertifikate verfügen über offizielle Prüfwege und lassen sich innerhalb weniger Minuten verifizieren.
Beginnen wir mit der ISO-Systemzertifizierung. Zertifikate wie ISO 9001 und ISO 14001 werden registriert und erfasst. Wenn Sie die eingescannte Kopie erhalten, prüfen Sie zunächst den Namen der ausstellenden Stelle und die Zertifikatsnummer und geben Sie diese dann auf der offiziellen Website der Zertifizierungsstelle oder im Abfragesystem der China National Accreditation Service for Conformity Assessment (CNAS) ein. Wird das Zertifikat nicht gefunden oder stimmen die gefundenen Angaben nicht mit Firmenname und Zertifizierungsumfang auf der Kopie überein, liegt ein Problem vor.
Wir sind bereits auf Lieferanten gestoßen, die ihren Firmennamen geändert und Zertifikate anderer Firmen mitgeschickt haben. Prüft man die Nummern, stellt man fest, dass die Angaben nicht zusammenpassen.
Die CE-Zertifizierung ist etwas komplexer. Das CE-Zeichen ist kein Zertifikat, sondern eine Konformitätserklärung, die von einer benannten Stelle (Notified Body) bewertet werden muss. Ein echtes CE-Zertifikat trägt eine vierstellige Kennnummer der benannten Stelle. In der NANDO-Datenbank der EU können Sie prüfen, welche Stelle hinter dieser Nummer steht, und die Stelle anschließend kontaktieren, um das Zertifikat zu verifizieren. Wir haben Fälle erlebt, in denen Lieferanten selbst ein CE-Zeichen samt Zertifikatsnummer angebracht hatten, die Nummer jedoch zu keiner benannten Stelle gehörte.
„High-Tech-Unternehmen" ist eine Qualifikation, die vom chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie, dem Finanzministerium und der Staatlichen Steuerverwaltung gemeinsam anerkannt wird. Nach der Anerkennung genießen Unternehmen steuerliche Vergünstigungen. Für diese Anerkennung gibt es eine öffentliche Liste. Sie können den Firmennamen auf der Regierungsdienstplattform des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie eingeben und nachschlagen. Behauptet die Gegenseite, ein High-Tech-Unternehmen zu sein, ist aber online nicht auffindbar, ist das falsch. Beachten Sie außerdem: Die Gültigkeitsdauer dieser Qualifikation beträgt drei Jahre, und es kommt häufig vor, dass sie nach Ablauf weiterverwendet wird.
Noch ein Tipp: Die eingescannte Kopie eines echten Zertifikats weist in der Regel ein klares Wasserzeichen, das offizielle Siegel der ausstellenden Behörde, Ausstellungsdatum und Gültigkeitsdauer auf. Ist der Scan unscharf, wirkt die Position des Siegels unnatürlich oder wird das Zertifikat nach Ablauf der Gültigkeit noch verwendet, sind das alles Warnsignale. Viele Lieferanten schicken außerdem auf einmal über ein Dutzend Zertifikate – bei genauerem Hinsehen wurden sie aber alle im selben Jahr oder sogar nach derselben Vorlage ausgestellt. Der Aussagewert solcher Serienzertifikate ist gering zu veranschlagen.
Bei der Erstellung unserer Prüfberichte verifizieren wir jedes Zertifikat einzeln. Nach unseren bisherigen Prüfungen ist es nicht selten, dass Lieferanten ihre Qualifikationszertifikate in unterschiedlichem Maße übertreiben oder verfälschen. Nehmen Sie ein Zertifikat also nicht einfach auf den ersten Blick als beruhigend hin. Investieren Sie ein paar Minuten in die Prüfung der Nummer – dieser Aufwand ist äußerst gering, der Nutzen jedoch hoch.
Andere fragen auch
Bedeutet ein gültiges Zertifikat, dass der Lieferant tatsächlich über die Produktionskapazität verfügt?
Ein gültiges Zertifikat weist nur nach, dass das Unternehmen die Anforderungen auf dem Papier erfüllt; es garantiert nicht, dass die tatsächliche Produktion der Fabrik den Standards entspricht. Manche Unternehmen halten sich nach der Zertifizierung in der Praxis nicht an die Standards. Am besten kombinieren Sie die Prüfung mit einer Videobesichtigung der Fabrik, um die tatsächlichen Produktionsbedingungen weiter zu verifizieren.
Könnte die vom Lieferanten vorgelegte Übersetzung des Zertifikats veränderte Inhalte enthalten?
Die Übersetzung selbst kann nicht als Grundlage für die Verifizierung dienen; sie ist nur zur Information für Kunden im Ausland gedacht. Sie müssen das chinesische Originalzertifikat anfordern und die Zertifikatsnummer im offiziellen System prüfen. Übersetzungen können abgeänderte Formulierungen enthalten und dürfen allein nicht zur Beurteilung der Echtheit herangezogen werden.
Heißt es zwingend, dass ein Zertifikat gefälscht ist, wenn es im System nicht gefunden wird?
Nicht unbedingt; in seltenen Fällen kann die Aktualisierung der Systemdaten verzögert sein. Prüfen Sie, ob Firmenname oder Zertifikatsnummer falsch eingegeben wurden, und versuchen Sie es in einigen Tagen erneut. Bleiben mehrere Suchläufe erfolglos, ist das Zertifikat höchstwahrscheinlich nicht glaubwürdig.