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Was sollte ich tun, nachdem ich einen Hintergrundbericht über einen chinesischen Lieferanten erhalten habe?

Auskunft richtig lesen Victor H.

Frage

Ich habe gerade einen Hintergrundbericht über einen chinesischen Lieferanten erhalten. Er enthält Dutzende Einzelangaben: Handelsregisterdaten, Gesellschafterstruktur, Gerichtsakten, Warnhinweise zu Betriebsrisiken und mehr. Ehrlich gesagt sind das zu viele Informationen, und ich weiß nicht, wie ich daraus konkrete Einkaufsentscheidungen ableiten soll. Gibt es eine Methode, mit der man erkennt, welche Kennzahlen ausschlaggebend sind und welche nur als Hintergrund dienen?

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Ein Bericht mit Dutzenden Seiten, bei dem man nicht weiß, wie man ihn nutzen soll, ist völlig normal. Ich teile den Inhalt eines Berichts meist in drei Stufen ein: »Ausschlusskriterien«, »wichtige Bewertungskriterien« und »Hintergrundinformationen«.

»Ausschlusskriterium« bedeutet: Hat der Lieferant dieses Problem, kommt eine Zusammenarbeit nicht infrage. Beispiele: Der Unternehmensstatus ist widerrufen oder aufgehoben; das Unternehmen oder der gesetzliche Vertreter ist als unzuverlässig (breach of trust) gelistet und es gibt mehrere Zwangsvollstreckungsfälle; es liegen gravierende Verwaltungsstrafen oder Verstöße vor. Sind solche Punkte vorhanden, ist das Risiko extrem hoch, und treten später Qualitätsprobleme auf, ist das Geld unter Umständen nicht mehr zu holen.

Die zweite Stufe sind die »wichtigen Bewertungskriterien«, die eine Gesamtbetrachtung erfordern. Erfüllen mehrere zentrale Punkte nicht die Erwartungen, verzichtet man besser auf die Zusammenarbeit. Ich zähle meist Folgendes dazu: ob die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen zu niedrig ist; ob das eingezahlte Kapital 0 beträgt; ob der Firmensitz ein Bürogebäude oder ein Industriegebiet ist (bei Zwischenhändlern ist es fast immer ein Büro, Hersteller sitzen dagegen in Industriegebieten oder am Stadtrand); ob Firmenname und Firmenadresse häufig geändert werden (ein Hochrisiko-Signal); sowie Art und Anzahl der Gerichtsverfahren (sind die meisten davon Beklagte und zahlungsunfähig, ist Vorsicht geboten).

Die dritte Stufe sind die »Hintergrundinformationen«, mit denen man unter mehreren geeigneten Lieferanten die besten herausfiltert. Nach Erhalt des Hintergrundberichts achte ich vor allem auf: die Zahl der abgegebenen und gewonnenen Ausschreibungen (spiegelt Aktivität und Stärke des Lieferanten wider), die Zahl der Verwaltungslizenzen (Hinweis auf Compliance und Stabilität), die Anzahl der Qualifikationszertifikate, Steuerbewertungen sowie die Registrierung im Import-Export-Kreditregister; außerdem die Zahl der Schutzrechte (wächst die Zahl der verschiedenen Schutzrechte stetig, spricht das stark für ein gut laufendes Unternehmen).

Answerer Bio: Especialista en el Trading multicanal de productos de Belleza con un claro enfoque online, cuya misión personal es la búsqueda y explotación de nuevas oportunidades.

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Wenn im Hintergrundbericht des Lieferanten keine Probleme auftauchen, kann ich dann direkt eine Zusammenarbeit bestellen?

Es ist nicht ratsam, sofort große Bestellungen aufzugeben. Der Bericht belegt nur, dass die Handels- und Registerdaten stimmig sind, nicht aber die tatsächliche Produktionskapazität der Fabrik. Am besten lassen Sie vor der endgültigen Bestellung Muster prüfen oder eine Werksbesichtigung vor Ort durchführen.

Im Untersuchungsbericht steht, dass der Lieferant als unzuverlässig (breach of trust) eingetragen ist. Können wir trotzdem zusammenarbeiten?

Das hängt von Art und Schwere des Verstoßes ab. Handelt es sich um einen kleinen, bereits abgeschlossenen Streit, lässt sich das nach sorgfältiger Prüfung bewerten; geht es um hohe offene Forderungen und laufende Zwangsvollstreckungen, sollten Sie den Lieferanten besser wechseln, das Risiko ist zu groß.

Muss der Due-Diligence-Bericht nach Erhalt regelmäßig überprüft werden?

Ja, eine regelmäßige Prüfung ist nötig, am besten einmal im Jahr. Der Geschäftsstatus eines Unternehmens ändert sich, und neue Klagen oder Auffälligkeiten im Geschäftsbetrieb lassen sich so früh erkennen, um spätere Zahlungsausfälle zu vermeiden.

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